Nutztiere

Die meisten Tiere leben in ihrem natürlichen Lebensraum, in der Wildnis. Andere haben als Haustiere in den Familien ihren Lebensraum. Nutztiere hingegen leben meist im Stall und auf der Weide, zusammen in der Gruppe mit weiteren Artgenossen. Es gibt verschiedene Beweggründe der Menschen, sich Tiere als Nutztiere zu halten:

  • Produktion von tierischen Erzeugnissen: Milchprodukte, Eier, Fell/Leder
  • Produktion von Fleisch als Lebensmittel
  • Bewirtschaftung von Nutzflächen, beispielsweise als lebende Rasenmäher
  • Nutzung der Tiere als Zug- und Lastentiere

Dabei hat jede Kultur und klimatische Zone ein unterschiedliches Vorkommen von Tieren, die als Nutztiere eingesetzt werden, zu verzeichnen. Während im kargen, arabischen Raum das Kamel nicht nur als Lastentier gilt, sondern auch als Fleischlieferant, werden gerade im mitteleuropäischen Raum Rinder aus mehreren Gründen gehalten: als Produzenten für Milch und für Rindfleisch. Während Schweine in christlich geprägten Ländern gerne gegessen werden, ist der Verzehr für Muslimen undenkbar. Undenkbar für Kinder in Deutschland: wird hier das Meerschwein als geliebtes Haustier gehalten, steht es in Ländern Südamerikas auf dem Speiseplan.

© Rainer Sturm / pixelio.de

Tierische Erzeugnisse

Kühe geben Milch, Hühner legen Eier. Der Mensch hat sich die Fortplanzungstriebe der Tiere zu Eigen gemacht und nutzt sie für die Produktion von Lebensmitteln. Dies kann in kleineren landwirtschaftlichen Betrieben statt finden, aber auch in groß angelegten Industriebetrieben. Hier gerät das artgerechte Halten der Tiere, das durchaus im Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit stehen kann, immer wieder in den Fokus von Tierschützern und Kritikern. Denn es gilt: umso weniger Platz einem einzelnen Tier zur Verfügung steht und umso geringwertiger das Futter ist, desto wirtschaftlicher kann der Großbauer die Lebensmittel produzieren. Doch auch beim Verbraucher ändert sich das Bewusstsein. Er legt immer größeren Wert auf ökologisch erzeugte Produkte, ohne medikamentöse Belastung und von artgerecht gehaltenen Tieren.

Das Tier selbst als Nahrungsmittel

Insbesondere wenn es um das Thema Fleisch geht, muss sich der Verbraucher entscheiden: für Fleisch aus ökologischer und artgerechter Tierhaltung, oder billiges Fleisch. Beides ist nicht wirklich miteinander vereinbar, da die ökologische und artgerechte Haltung der Tiere teuer ist. Leider sind die meisten Verbraucher nicht bereit, für bessere Qualität mehr Geld zu zahlen. So werden die Produzenten auch künftig gezwungen sein, möglichst wirtschaftlich Tiere zu halten, bis sie zur Schlachtung bereit sind. Dies hat zur Folge, dass die Tiere in Rekordzeit gemästet werden, auf sehr engem Raum gehalten werden und mit Medikamenten prophylaktisch und intensiv behandelt werden. Artgerechte Tierhaltung hat der Gesetzgeber nicht unbedingt im Sinne der Tiere reguliert.

Tiere als Arbeiter

Viele Tiere werden nicht nur als Haustiere gehalten, sondern können auch als Nutztiere zum Einsatz kommen. Pferde werden nur noch vereinzelt zum Ziehen von schweren Lasten eingesetzt. Kamele sind in südlichen Ländern ausdauernde und genügsame Lasttiere. Hunde finden gleich in mehreren Bereichen Einsatz: als Hofhunde, zum Hüten von Schafherden, oder als Schlittenhunde, um nur einige Beispiele zu nennen. Gerade Hunde sind vielseitig einsetzbare Mitarbeiter, hoch motiviert und genügsam.