Tierschutz

Der Mensch hat die Macht über die Tiere, und das auf verschiedener Ebene. Zum einen hält und züchtet er die Tiere für seinen Zweck – meist zum Amüsement oder zur Nahrungsmittelproduktion. Gleichzeitig dringt der Mensch immer mehr in den natürlichen Lebensraum der wild lebenden Tiere ein, die er verdrängt und ihnen ihre Lebensgrundlage raubt. Dies findet ebenfalls auf verschiedenen Ebenen statt: die Wälder werden gerodet, um neues Bauland zu erschaffen, Seen und Flüsse werden ausgetrocknet oder umgeleitet, um sie dem Menschen zu nutze zu machen. Doch bei jedem Eingriff des Menschen in die Natur wird zahlreichen Tieren die Existenzgrundlage genommen – und die Tiere können sich in aller Regel nicht wehren. Dies haben sich die Tierschützer zur Aufgabe gemacht: für die Tiere einzutreten, wo diese bedroht werden oder wo sie nicht artgerecht gehalten werden. Das Augenmerk der Organisationen liegt dabei auf der Öffentlichkeitsarbeit: denn den meisten Menschen ist es nicht bewusst, dass Tiere gequält werden, zumeist aus wirtschaftlichen Gründen. Gerade auch bei der Nahrungsmittelproduktion ist dies immer wieder der Fall – gerade auch in Europa. Der Verbraucher wünscht billiges Fleisch, und diesem Wunsch kommen die Nahrungsmittelproduzenten nach. So ist es durchaus eine Praxis, dass die in Deutschland geborenen Tiere (z.B. Rinder, Schweine) als Jungvieh in das Europäische Ausland verfrachtet werden, und dort bis zur Schlachtreife gemästet werden. Haben sie diese erlangt, werden sie wieder nach Deutschland gefahren, in der Regel direkt zum Schlachthof. Und warum das Ganze? Der Prozess des Mästens ist im Ausland günstiger, aufgrund niedriger Personal- und Futterkosten. Die Schlachtung in Deutschland ist aber wichtig, denn der Verbraucher suggeriert mit der Aussage „aus deutscher Produktion“ eine artgerechte Haltung und Schlachtung, die vom Gesetzgeber kontrolliert wird. Diese Lebendtransporte, denen wir auf den Autobahnen Europas begegnen, stellen für die Tiere eine hohe Belastung dar, denn die Strecken sind lang, und der Platz ist eng. Doch auch bei der Nahrungsmittelproduktion in Deutschland ist der Tierschutz aktiv und versucht, das Leid der Tiere in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Gerade Geflügel ist ein Thema, vor dem der Verbraucher gerne die Augen schließt. Mastgänse werden auf barbarische anmutende Weise gestopft, und die Selektion von frisch geschlüpften Küken würde auch dem noch so hart gesottenen Eieresser die Kehle zuschnüren.

Die Tierschutzorganisationen machen nicht nur auf die Missstände der nicht artgerecht gehaltenen Tiere aufmerksam, sie kritisieren auch den respektlosen Umgang mit Tieren. So werden lang nicht alle Tiere, die in Gefangenschaft gehalten werden, dem Kreislauf des „Fressen und Gefressen werdens“ zugeführt, sondern werden aus weit profaneren Gründen gehalten – meist stehen wirtschaftliche Interessen dahinter. Ein Dauerthema der Tierschützer ist das Tragen und Produzieren von Pelz. Denn um einen einzigen Pelzmantel zu produzieren, sind oftmals dutzende von Tieren nötig, die nur gezüchtet werden, um ihres Felles wegen getötet zu werden. Hinzu kommt, dass es sich hierbei oft um Marderarten handelt, die die Pelzlieferanten sind. Und diese Tiere benötigen für eine artgerechte Haltung ein großes Revier, werden bei den Züchtern jedoch in der Regel in viel zu kleinen Käfigen gehalten.

Die Tierschützer prangern auch die Haltung von wilden Tieren an, die zur Belustigung der Menschen gehalten werden. Nicht immer, aber durchaus immer wieder, sind diese Tiere nicht artgerecht untergebracht. Delfine und Orkas in Freizeitparks sind hier ein schönes Beispiel. In freier Wildbahn legen diese Tiere hunderte und tausende von Kilometern zurück, in Gefangenschaft ist das Becken in der Regel keine 100 m lang. Auch die Zirkusse stehen immer wieder in der Kritik, denn hier sind die wilden Tiere oftmals die Hauptattraktion. Hier ist es teilweise technisch erst überhaupt nicht möglich, den Tieren ausreichend Platz zu geben, und der Auftritt in der Manege stellt für die Tiere vermutlich ein großer Stressfaktor dar.